Leitbild

Die Städtische Galerie Wolfsburg begreift sich als ein lebendiges Museum, das im Dialog mit seinen Besucherinnen und Besuchern steht. Als ein Ort der Reflexion und der aktiven Teilnahme im Sinne eines erkennenden Betrachtens vermittelt sie das sinnstiftende Potenzial von Kunst. Die Erhaltung und Erweiterung der Sammlung zeitgenössischer Kunst und der Bildungsauftrag sind unsere vornehmlichen Ziele. Mit ihrem Programm trägt die Städtische Galerie Wolfsburg seit 1974 zur intellektuellen und kulturellen Identität der Stadt Wolfsburg bei.

In der Städtischen Galerie Wolfsburg thematisieren und aktualisieren Künstlerinnen und Künstler in immer neuer Weise durch die Präsentation ihrer Werke das Denken von Gegenwart und wagen den Blick über die Grenzen des Alltagslebens. Das künstlerische Experiment, die Produktion sowie Forschungen werden von uns verantwortungsbewusst und nachhaltig gefördert und finden sowohl in den Ausstellungen als auch in der Sammlung ihren Niederschlag.

Unser Haus und unsere Angebote stehen allen offen, der Eintritt ist bewusst kostenfrei. Der Standort im Schloss Wolfsburg, einem unverwechselbaren, mit Aura behafteten Ort, und das Zusammenwirken mit den weiteren hier stattfindenden Veranstaltungen bieten ein einmaliges und ganz besonderes Ambiente für Begegnungen - nicht nur mit den Äußerungen der Kunst, sondern auch mit anderen Menschen. Alle Angebote haben die persönliche Ansprache und den kreativen Austausch miteinander zum Ziel.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Ausstellungen

Die Ausstellungen der Städtischen Galerie Wolfsburg laden den Betrachter ein, bewusst zu sehen. Die Seh- und Denkgewohnheiten werden herausgefordert, um Wünsche zu wecken, die Fantasie anzuregen, kritische Fragen zu entwickeln, eigene Erkenntnisse einzuleiten. Ziel des Ausstellungsprogramms ist eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der aktuellen Kunst, die zum Verständnis der eigenen Gegenwart beiträgt.

Die Sammlung, die in wechselnden Ausschnitten und unter verschiedenen Fragestellungen dauerhaft präsentiert wird, bildet den Zusammenhang für die Sonderausstellungen. Sie stellt die jungen Positionen des Programms zwangsläufig in einen kunsthistorischen Kontext, gleichzeitig werden die Werke der Sammlung aber aktiv in den Fluss zeitgenössischer Kunstströmungen eingebettet. Das Wechselspiel zwischen Sonderausstellungen und Dauerpräsentation erhöht die Anzahl der Wahrnehmungsweisen und knüpft neue Verbindungen.

Das langfristig angelegte Ausstellungsprogramm setzt sich aus verschiedenen Präsentationsformaten zusammen, die im regelmäßigen Rhythmus gezeigt werden. Die Städtische Galerie Wolfsburg fungiert dabei nicht nur als Ausstellungsort, sondern ist auch Ort der Produktion und des Experiments, an dem neue Arbeiten entwickelt und realisiert werden. Für viele Künstlerinnen und Künstler, die in der Städtischen Galerie Wolfsburg vorgestellt werden, bedeutet diese Präsentation eine erste öffentliche Anerkennung. Die Förderung junger, noch wenig bekannter Positionen steht ebenso im Fokus des Ausstellungsprogramms wie der Hinweis auf das maßgebliche Werk von Künstlerinnen und Künstlern, die wichtige Impulse gegeben haben, aber im aktuellen Ausstellungsgeschehen weniger vertreten sind. Unterschiedliche kuratorische Ansätze kommen in den Themenausstellungen zum Tragen, für die externe Kuratorinnen und Kuratoren eingeladen werden. Die regelmäßigen Kooperationen mit dem Institut Heidersberger und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig binden die lokale wie regionale Kunstszene in das Ausstellungsprogramm ein. Mit den Satelliten wagt die Städtische Galerie Wolfsburg den Schritt nach draußen, aus dem Schutzraum des Museums heraus, und entwickelt Ausstellungskonzepte für verschiedene Aktionsorte im Wolfsburger Stadtraum.

Einen Höhepunkt des Ausstellungsprogramms stellt die Verleihung des Kunstpreises "Junge Stadt sieht Junge Kunst" dar, der zu den ältesten Traditionen des kulturellen Lebens in Wolfsburg zählt und alle drei Jahre verliehen wird.

Die Präsentationsformen der Ausstellungen sowie die begleitenden Publikationen werden im Dialog und in enger Zusammenarbeit mit den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern entwickelt und argumentieren primär visuell. Offenheit und Mut zum Experiment leiten das Programm. Die Räume im Schloss Wolfsburg stellen ein konträres Modell zum Ideal des White Cube dar. So sind die Schlossarchitektur und der Innenausbau der 1970er Jahre Herausforderung und Anregung zugleich für die Erprobung neuer Präsentationsformen und alternativer Ausstellungsmodelle. Durch die Überführung der Exponate in die Räume eines Schlosses, das bis Mitte des 20. Jahrhunderts Heim und Repräsentationsort der Grafen von der Schulenburg war, entsteht eine ganz bestimmte Situation und es werden Reaktionen erzielt, die für die Wahrnehmung der Ausstellungen der Städtischen Galerie Wolfsburg bestimmend sind.

Kulturen

Die Städtische Galerie Wolfsburg versteht sich als ein kultureller Dienstleister. Wir empfangen die Besucherinnen und Besucher als Gäste, die sich bei uns wohl fühlen sollen. Unser Ziel ist es, eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit der Kunst anzuregen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter agieren als Mittler zum Publikum. Der ›Arbeitsplatz Museum‹ wie ihn Bazon Brock definiert, fordert nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch die Besucherinnen und Besucher der Städtischen Galerie Wolfsburg im Sinne einer aktiven Teilnahme und bietet einen offenen Raum für individuelle Einsichten.

Wir wollen ein Haus für alle Menschen sein und den Weg zu den Ausstellungen und Aktivitäten uneingeschränkt öffnen. Durch überwiegend kostenfreie Angebote sollen alle Interessierten die Chance haben teilzunehmen. Ein wichtiges Anliegen ist uns die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am kulturellen und öffentlichen Leben.

Diesen Anspruch leben wir auch nach innen. So integriert das Team der Städtischen Galerie Wolfsburg kontinuierlich und erfolgreich leistungsgewandelte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und leistet damit in besonderer Weise einen Beitrag für den Erhalt dieser Beschäftigungsverhältnisse in der Stadtverwaltung Wolfsburg. Voraussetzung sind eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und hohe Flexibilität aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Entwicklung innovativer Strukturen mit effektiven Prozessen. Die in den Leitlinien der Zusammenarbeit der Stadtverwaltung Wolfsburg beschriebenen Grundsätze bilden die Basis unserer Teamarbeit. Sie verpflichten zu einer partnerschaftlichen Führung und der Förderung eigenverantwortlicher Initiativen. Ziel ist es, die Qualität unserer Arbeit verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert weiter zu entwickeln. Regelmäßige Fortbildung zur Förderung der beruflichen und persönlichen Entwicklung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie das Angebot von Ausbildungsmöglichkeiten sind selbstverständlich. Die Städtische Galerie Wolfsburg bietet Ehrenamtlichen die Möglichkeit zur Mitarbeit und nutzt verstärkt ihre Funktion als kompetente Multiplikatoren. Die uns anvertrauten Mittel setzen wir kreativ und wirtschaftlich ein. Unsere ökonomischen Ressourcen verpflichten uns zu einem bewussten und gezielten Handeln.

Der Gründungsimpuls für die Einrichtung der Städtischen Galerie Wolfsburg war der Wunsch, gesellschaftliche Wirkung durch künstlerische Produktion zu entfalten. Es gilt daher, den Künstlerinnen und Künstlern Angebote für ein freies Arbeiten in unserem Haus zu machen und diese Arbeit nachhaltig zu unterstützen.

Vermittlung

Das Vermittlungsprogramm der Städtischen Galerie Wolfsburg begreift die Besucherinnen und Besucher - ob jung oder alt - als aktive Gestalter von Lernprozessen. Ziel aller Veranstaltungen ist es, bei der Vermittlung der Ideen motivierend tätig zu werden, Möglichkeiten künstlerischer und gestalterischer Ausdrucksformen aufzuzeigen und damit die Fähigkeit zur Gestaltung der eigenen Umwelt, des eigenen Lebens zu fördern. Wir schaffen die dafür nötigen Freiräume und offenen Situationen und entwickeln die Städtische Galerie Wolfsburg zu einem Ort kommunikativer Begegnungen, an dem jeder mit seinen Erfahrungen willkommen ist.

Wir akzeptieren die Autonomie, Kompetenz und das soziale Eingebundensein unserer Besucherinnen und Besucher ebenso wie ihre Unterschiedlichkeit in Bezug auf Alter, Herkunft, Motivation, Interesse und Wissen. Im Dialog suchen wir nach Anknüpfungspunkten, um gemeinsame Lernprozesse in Gang zu setzen.

Ein wesentliches Merkmal unseres Programms ist die intensive Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern, die als Kunstproduzenten einen anderen Blick auf die Arbeiten haben und aus der künstlerischen Perspektive direkter und anschaulicher vermitteln können. Prozessuale und experimentelle Formen der Kunstvermittlung werden im Rahmen partizipatorischer Projekte und altersübergreifender Angebote erprobt. Mit der Bürgerwerkstatt in den Remisen stehen Werkstatträume zur Verfügung, die optimale Bedingungen für das gestalterische Umsetzen mit Materialien und Gruppenarbeit bieten, aber auch die Präsentation von Ergebnissen ermöglichen.

Durch die Diskussion über Bildungsstandards, PISA-Tests und vieles mehr sind Fragen der Bildung in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung getreten. Die Städtische Galerie Wolfsburg ist ein alternativer und attraktiver Lernort und bestrebt, die Zusammenarbeit mit Schulen weiter zu intensivieren. Das Programm zielt auf soziales Lernen sowie eine bewusste Wahrnehmung in der Auseinandersetzung mit den Originalen, um Lust am eigenen Entdecken und die Fähigkeit zur visuellen Erkenntnis zu fördern.

Vermittlung beginnt in der Städtischen Galerie Wolfsburg bereits bei der Konzeption und beim Einrichten einer Ausstellung. So sind die Einladungen als interaktive Künstlerprojekte angelegt und entstehen in Zusammenarbeit mit den Künstlerinnen und Künstlern. Für jede Ausstellung werden gemeinsam mit den präsentierten Künstlerinnen und Künstlern individuell passende Vermittlungsformate entwickelt. Unsere Publikationen und Texte sind besucherorientierte sprachliche Übersetzungen der zu vermittelnden Inhalte, die ebenso das Expertenwissen ansprechen wie Information für den Laien mitteilen. Es ist unsere Intention, Räume und Situationen zu schaffen, in denen der Betrachter die Möglichkeit hat, freie Entscheidungen zu treffen. Kunst soll erfahrbar werden als Ressource autonomen Denkens und Handelns.

Schloss Wolfsburg

Schloss Wolfsburg zählt zu den ältesten und kulturhistorisch bedeutsamsten Bauwerken der jungen Stadt Wolfsburg und ist seit 1945 ihr Namensgeber. Die 1302 erstmals urkundlich erwähnte wehrhafte Anlage erfuhr während des Mittelalters und der Renaissance und zuletzt im Jahr 1840 zahlreiche Erweiterungen und Umgestaltungen und gilt architekturhistorisch als ein Baudenkmal der norddeutschen Renaissance. Bauherr war die Familie von Bartensleben. Nach dem Ende ihrer Linie 1742 ging Schloss Wolfsburg an die Grafen von der Schulenburg über, die im Zuge der Errichtung des Volkswagenwerkes zum Verkauf gedrängt wurden und es 1942 verließen. Die wechselvolle Geschichte und Bestimmung von Schloss Wolfsburg – so diente es beispielsweise Ende der 1940er Jahre auch als erste Heimstatt für Flüchtlinge – ist bis in die Gegenwart an vielen Stellen des Baus abzulesen und spürbar.

Die Baugestalt, wie sie sich uns heute darstellt, besteht aus einem vierseitigen massiven Bau, der einen Innenhof umschließt. Die vier Gebäudeflügel sind nach den Himmelsrichtungen benannt und die Städtische Galerie Wolfsburg ist im Ostflügel sowie im Süd- und Westflügel mit Ausstellungsflächen angesiedelt, während sich die Verwaltungsräume im Nordflügel über dem Haupteingang befinden. Die Druckwerkstatt und die Gästeetage sind ebenfalls im Nordflügel untergebracht. Depots und Lagerräume verteilen sich auf verschiedene Einheiten in allen Flügeln. Für die museale Nutzung wurde innenarchitektonisch – unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes – eine entsprechende Infrastruktur eingebaut. Seit 2002 sind alle Schauräume der Städtischen Galerie Wolfsburg barrierefrei zugänglich. Der sowohl hinsichtlich der architektonischen Bedingungen als auch durch seine historisch-inhaltliche Bedeutung stets dominante Bau von Schloss Wolfsburg stellt bei der Organisation des Ausstellungsbetriebs und der Sammlungsbetreuung eine Herausforderung dar, die immer wieder von Neuem gemeistert werden muss und innovative Strategien fordert. Es ist unser Ziel, nicht nur Lösungen zu finden, die die teilweise konträren Anforderungen berücksichtigen und zusammenführen, vielmehr sollen sich die Gegensätze aufheben und in einen anregenden Dialog treten.

Schloss Wolfsburg liegt außerhalb des Stadtzentrums in dem Ortsteil Alt-Wolfsburg und ist von einem historischen Garten und einem Landschaftspark umgeben. Die Anlage stellt ein attraktives Ausflugsziel dar und ist ein beliebter Ort der Rekreation. Das Nutzungskonzept für Schloss Wolfsburg hatte das programmatische Ziel gesetzt, die Anlage nicht nur als eine historische Sehenswürdigkeit mit den Repräsentationsräumen der Stadt zu bewahren, sondern ein kulturelles Zentrum zu etablieren, das von vielen Institutionen bespielt wird. Neben der Städtischen Galerie Wolfsburg sind hier mit Angeboten präsent: das Stadtmuseum Schloss Wolfsburg, der Kunstverein Wolfsburg, das Institut Heidersberger, das Kulturwerk, das Italienische Kulturinstitut sowie eine Gastronomie in den Schlossremisen. So treffen im Schloss Wolfsburg Heimatgeschichte, Kunstgeschichte, zeitgenössische Kunst, Theater und Musik aufeinander und gehen eine gegenseitig anregende und lebendige Verbindung ein.

Einrichtungen

Die Städtische Galerie Wolfsburg hält eine Reihe von Einrichtungen vor, die in den Bereichen Bildung und Dienstleistung, aber auch bei der Künstlerförderung weitere Akzente setzen.

So wird eine Fachbibliothek zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts betrieben, deren Präsenzbestand der wissenschaftlichen Arbeit im Museum dient, aber auch für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung steht. Die Bibliothek begleitet unsere Sammlungsaktivitäten und stellt aufgrund ihrer inhaltlichen Spezialisierung ein in Wolfsburg einmaliges Angebot dar. Schwerpunkt des ca. 40.000 mediale Einheiten umfassenden Bestandes sind Künstlermonografien und es gilt, die Bibliothek nicht nur kontinuierlich auszubauen, sondern auch systematisch weiter zu erschließen. Daneben werden Informationen, Abbildungen und Zeugnisse von Wolfsburger Künstlerinnen und Künstlern gesammelt und archiviert mit dem Ziel, ein Künstlerarchiv der Wolfsburger Kunstszene zu errichten. Ein Kabinett für Grafik und neue Medien, in dem den Besucherinnen und Besuchern Werke gezeigt werden können, die aktuell nicht in der Dauerausstellung zu sehen sind, befindet sich im Aufbau. Im Sinne des Bildungsauftrags agiert die Städtische Galerie als ein Informations- und Kompetenzzentrum für zeitgenössische Kunst.

Der Besuch in der Städtischen Galerie Wolfsburg soll für unsere Besucherinnen und Besucher ein positives Erlebnis sein, daher ist der Dienstleistungsbereich ein wichtiges Anliegen. In Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern wurden kommunikative Treffpunkte, wie die Espressobar, der Empfang oder Sitzgelegenheiten eingerichtet, die als Kunstwerke von Bedeutung sind, aber gleichzeitig benutzt werden können.

Ein wichtiges Instrument der Künstlerförderung aber auch der Bildungsarbeit ist die Druckwerkstatt. In unmittelbarer Nachbarschaft zu den Ausstellungen der Städtischen Galerie Wolfsburg haben Künstlerinnen und Künstler die Möglichkeit an ihrem druckgrafischen Œuvre zu arbeiten. Wir sind uns bewusst, dass die künstlerischen Medien in der Gegenwartskunst einer permanenten Befragung unterzogen sind, daher steht die Druckwerkstatt zukünftig neben den traditionellen grafischen Techniken auch für die neuen Medien (Fotografie, Video, Sound) zur Verfügung. Ziel ist die Einrichtung projektgebundener Stipendien für junge Nachwuchskünstler. Die Druckwerkstatt stellt ein Alleinstellungsmerkmal der Städtischen Galerie dar und wird vom Publikum als attraktives Angebot geschätzt, sie ist ein lebendiger Ort des kulturellen Austauschs zwischen Kunstschaffenden und der Bevölkerung.

Der Städtischen Galerie Wolfsburg fällt traditionell die Aufgabe zu, den Kunstpreis der Stadt Wolfsburg „Junge Stadt sieht Junge Kunst“ im dreijährigen Rhythmus durchzuführen. Der Preis wurde 1959 ins Leben gerufen und stellt einen Fixpunkt im kulturellen Leben der Stadt dar. Nach den Grundsätzen der Preisverleihung wird der Preis an Künstlerinnen und Künstler verliehen, die „mit ihrem bisherigen Werk überregionale Aufmerksamkeit und einen entsprechenden Bekanntheitsgrad erlangt haben und mit diesem Preis in ihrer künstlerischen Arbeit gefördert werden sollen“. In den letzten Jahren wurden u.a. Thomas Schütte, Katharina Fritsch, Olaf Nicolai, Bernhard Martin und Bettina Pousttchi ausgezeichnet. Die mit der Preisverleihung verbundene Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg sowie die Publikation ermöglichen dem Publikum eine eingehendere Beschäftigung mit dem Werk des Preisträgers und betonen den Fördercharakter. 2017 wird Julius von Bismarck den Kunstpreis der Stadt Wolfsburg erhalten.

Partner

Träger der Städtischen Galerie Wolfsburg ist die Stadt Wolfsburg. Die Verwaltungsabläufe des Hauses sind eingebunden in die städtische Verwaltung, die für das auf Zielsetzungen aufbauende Museumsmanagement der wichtigste Partner ist und ein effizientes Controlling garantiert. Die Städtische Galerie Wolfsburg bemüht sich um bürgerschaftliches Engagement und gewinnt Sponsoren und Förderer. Dabei kommt dem Förderverein "jugend in der galerie" besondere Bedeutung zu.

Wir kooperieren regelmäßig und auf verschiedenste Weise mit unseren Nachbareinrichtungen im Schloss aber auch mit den Institutionen in der Stadt Wolfsburg und in der Region. Durch die Kooperationen werden Synergieeffekte gefördert, wobei wir unser Ziel, das Profil der Städtischen Galerie Wolfsburg weiter zu schärfen im Hinblick auf eine erkennbare Identität, nicht vernachlässigen.

Die Städtische Galerie Wolfsburg pflegt im Rahmen des Leihverkehrs sowie durch gemeinsame Projekte Beziehungen mit der nationalen und internationalen Museumslandschaft. Mit privaten Sammlungen und Galerien arbeiten wir vertrauensvoll zusammen. Über die Ausstellungsaktivität und persönliche Kontakte besteht ein reger Austausch mit der Kunstszene. Die Städtische Galerie versteht sich als Schnittstelle zwischen Museum und Lehre. Mit mehreren Hochschulen regional aber auch überregional wurde eine kontinuierliche Zusammenarbeit aufgebaut, die es auch im Hinblick auf die Forschung in unserem Haus intensiv zu pflegen und auszubauen gilt.

Chronik

Die Einrichtung der Städtischen Galerie Wolfsburg folgte dem Wunsch, in der jungen von der Industrie geprägten Stadt Wolfsburg eine städtische Kunstsammlung als "Ort permanenter geistiger Auseinandersetzung" zu etablieren. Die ersten Kunstankäufe reichen zurück in die Zeit des Stadtaufbaus in den 1950er Jahren. Richtungsweisende kulturelle Akzente setzten damals die großen bedeutenden Kunstausstellungen des Volkswagenwerks, die hochrangige europäische Kunst in Wolfsburg vorstellten. Anfang der 1960er Jahre fasste der Rat der Stadt Wolfsburg den Beschluss, eine Sammlung zur Gegenwartskunst zusammenzutragen mit dem Ziel diese dauerhaft auszustellen. Karl Heil, Dr. Volkmar Köhler und Dr. Peter Lufft sind die Verfasser des Sammlungskonzepts, das seit 1961 verbindlich die Leitlinien definiert und Grundlage einer systematischen, wissenschaftlich fundierten Sammeltätigkeit darstellt. Rat und Verwaltung entschieden sich auf Anraten der Sachverständigen mutig gegen eine Kollektion alter Kunst, vielmehr sollte der Sammlungsbestand die Dynamik der modernen Stadt Wolfsburg aufgreifen und sich der Gegenwart mit Ihren Problemen stellen.

Die zeitgenössische Sammlung fand ihre Heimat und Ausstellungsfläche in der historischen Architektur von Schloss Wolfsburg, das die Stadt im Jahre 1961 vom Land Niedersachsen erworben hatte. Am 20. Oktober 1974 wurde die Städtische Galerie Wolfsburg in den beiden Etagen des Ostflügels feierlich eröffnet. Mit der Bezeichnung "Galerie" nahm man bewusst Bezug auf die Widmung der Institution für die Präsentation aktueller künstlerischer Positionen. Zur Eröffnungsausstellung wurde von dem damaligen Leiter Klaus Hoffmann der erste Bestandskatalog mit den Erwerbungen bis 1974 vorgelegt. Neben der Sammlungsbetreuung zählt von Beginn an die Organisation von Sonderausstellungen zum Auftrag der Städtischen Galerie Wolfsburg. Eine besondere Aufgabe stellt die Unterhaltung der Druckwerkstatt dar, die zusammen mit Gästeräumen schon in den sechziger Jahren im Schloss Wolfsburg etabliert wurde. Bis 1997 war der Leiter der Städtischen Galerie in Personalunion Geschäftsführer des ebenfalls im Schloss Wolfsburg ansässigen Kunstvereins. Eine entscheidende Erweiterung erfuhr die Städtische Galerie Wolfsburg durch die Sanierung des Südflügels, der 1990 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Zum 7oo-jährigen Jubiläum von Schloss Wolfsburg im Jahr 2002 erfolgte die Wiederherstellung und denkmalgerechte Restaurierung zweier weiterer Etagen im Westflügel. Hier wird heute in wechselnden Zusammenstellungen der umfangreiche Sammlungsbestand der Städtischen Galerie Wolfsburg als Dauerausstellung gezeigt. Wie stolz die Bürgerinnen und Bürger auf "ihre" Sammlung sind, belegen sowohl die regelmäßig wiederkehrenden Besucherinnen und Besucher als auch die positiven Einträge ins Gästebuch. Es ist gelungen, eine breite Öffentlichkeit mit ihrem Interesse und ihrer Sympathie an die Städtische Galerie Wolfsburg und Schloss Wolfsburg zu binden, und es ist unser Ziel diese emotionale Verbundenheit noch weiter zu vertiefen.

Sammlung

Der Mittelpunkt unserer Arbeit und die Energiequelle für alle Aktivitäten der Städtischen Galerie Wolfsburg ist die Sammlung. Das Programm entwickelt sich aus den Zielen und Inhalten der Sammlung heraus und kann nachhaltig auf die Sammlung zurückwirken. In der jungen Stadt Wolfsburg kommt der seit Anfang der 1950er Jahre durch kontinuierliche Ankäufe zusammengetragenen städtischen Kunstsammlung eine identitätsstiftende Rolle zu.

Die Sammlung konzentriert sich auf Kunst aus dem deutschsprachigen Raum nach 1945. In dem Bereich der Medien Grafik, Multiple, Fotografie und Video wird darüber hinaus international gesammelt, sodass Wechselwirkungen im internationalen Kontext erfahrbar sind. Seit Beginn der Sammeltätigkeit werden neue Ausdrucksformen integriert, alle Medien der Gegenwartskunst stehen im Sammlungsbestand gleichberechtigt nebeneinander. Die Sammlung besitzt durch den Verzicht auf ein enzyklopädisch breites Sammeln ein eigenes, unverwechselbares Profil, das eine Verpflichtung darstellt und in den Gründungsstatuten schriftlich vereinbart wurde.

Mit herausragenden Werken ist die Sammlung in der Lage, wichtige künstlerische Tendenzen der deutschen Kunst vorzustellen und ästhetische Traditionen sowie Verbindlichkeiten der Gegenwartskunst aufzuzeigen. Ein lineares Verfolgen der Entwicklung steht allerdings nicht im Vordergrund der Sammlungspolitik, vielmehr ist es das Ziel, neue, zeitgenössische Positionen aufzuspüren, die größtenteils noch nicht etabliert sind, aber eine künstlerisch eigenständige Bildsprache entwickelt haben. Die Ankäufe erfolgen in den meisten Fällen im Jahr des Entstehens und in der Regel jenseits des jeweilig vorherrschenden Mainstreams. So zeichnet sich die Sammlung durch eine bemerkenswerte Individualität des Bestands aus und ist in der Region einzigartig.

Zahlreiche Arbeiten der Sammlung wurden im Rahmen kontextbezogener und prozessualer Projekte für die Räume der Städtischen Galerie Wolfsburg im Schloss Wolfsburg produziert. Aufbauend auf der langjährigen Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern werden in-situ-Arbeiten beauftragt und als kollektive Produktionen, in die das Publikum eingebunden ist, entwickelt, um dann in die Sammlung einzufließen.

Die spezifische Zusammenstellung von Werken, die als ästhetische Erfahrung ein Ganzes bildet, sowie das Angebot der Sammlung zu einem vertieften Sehen und zur aktiven Teilnahme ermöglichen in der Städtischen Galerie einen lebensnahen und produktiven Umgang mit zeitgenössischer Kunst.

Links

Grafikstiftung Neo Rauch
Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, das gesamte grafische Werk des Künstlers Neo Rauch in Gestalt einer umfangreichen Sammlung von Lithografien und grafischen Arbeiten, die Neo Rauch seit 1993 hervorgebracht hat, zu bewahren und zu pflegen sowie in Ausstellungen zu präsentieren.

Institut Heidersberger
Das Institut Heidersberger archiviert und präsentiert das umfangreiche Werk des Fotografen Heinrich Heidersberger.

Bilderreisen bilderreisen.at ist eine private, unabhängige, nicht kommerzielle Website zu Thema Reisen und mehr: Reisebeschreibungen, Länderinformationen, Porträts interessanter Personen, Lesetipps, Tipps für Unterwegs, Vorstellung themenbezogener Ausstellungen.

Jugend in der Galerie
Offenes Atelier, Ferienspiele, Schreibwerkstatt, ...: Das sind nur einige der Projekte, die von der Städtischen Galerie in Wolfsburg für Kinder und Jugendliche angeboten werden. Darüber hinaus unterstützt der Verein viele weitere Vermittlungsprojekte sowie das Künstlerprojekt www.staedtische-galerie-wolfsburg.de.

Bundesverband Museumspädagogik
Der Bundesverband (BVMP e.V.) vertritt, bündelt und koordiniert die Kompetenz von bundesweit ca. 700 Museumspädagoginnen und Museumspädagogen. Ihr Arbeitsfeld erstreckt sich über das weite Spektrum verschiedener Museumstypen und -gattungen sowie auch der betroffenen Verwaltungsebenen, einschließlich wissenschaftlicher und leitender Arbeitsbereiche.

Gewaltprävention – Persönlichkeitsförderung durch Kunstprojekte
Die AWO Kindertagesstätte "Am Gutshof" und die Städtische Galerie Wolfsburg haben gemeinsam ein Projekt im Bereich der ästhetischen Bildung initiiert, das mittlerweile seit 10 Jahren umgesetzt wird. Informationen, Praxisbeispiele und das Konzept der Initiative finden Sie auf der Website.

Kinder zum Olymp! Die Jugendinitiative der Kulturstiftung der Länder befördert Ideen zur Zusammenarbeit zwischen Kindern, Jugendlichen und Kultur, regt neue Konzepte für die Kooperation zwischen Kultur und Schule an, baut Netzwerke zur kulturellen Bildung

ZeitOrte
Wir sind offizieller Partner im Netzwerk ZeitOrte. Die TourismusRegion BraunschweigerLAND ist das Zeitreiseland. Mehr als 80 ZeitOrte laden Sie ein. Von der Urzeit bis zur Jetztzeit in sechs unterschiedlichen Epochen sind aufregende Erlebnisse garantiert. Entdecken Sie uns direkt unter: Städtische Galerie Wolfsburg

SPOZ TV Internetfernsehen Wolfsburg

WEB MUSEEN Das Such- und Infoportal für Museen