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Nic Hess nimmt seit den späten 1990er Jahren mit Industriefarbe, collagierten Bildern und farbigen Tapes, Lichtprojektionen und Neon nicht nur Wände und Decken, sondern ganze Räume geistig und faktisch in Besitz. 2013 realisierte Nic Hess (*1968 in Zürich, lebt und arbeitet in Zürich und Los Angeles) in der Kunst-Station im Hauptbahnhof eine umfassende und raumgreifende Installation. Die Raumcollagen des Künstlers basieren auf einem Archiv von hunderten von Folien mit den unterschiedlichsten kommerziellen Logos, Piktogrammen, Abbildungen von Meisterwerken der Kunstgeschichte, sowie politischer wie auch wirtschaftlicher Ikonen. Seine Notationen bestehen aus archivierten Bildern, die er in den vergangenen 15 Jahren gesammelt hat. Er transformiert sie in einen neuen Zusammenhang und greift darüber auf abgespeicherte Bilder im kollektiven Gedächtnis zu. Bestehend aus Ikonen, Symbolen, Logos, Emblemen oder Emoticons scheinen diese die linguistische Kommunikation durch Bildsprache zu verdrängen.

Was macht die Kunst von Nic Hess so besonders? Ist es ihre pointierte Verspieltheit? Oder die scheinbar absurde Form der Inszenierung, mit der er sich und sein Werk in Szene setzt? Ist es der bissige Witz und trockene Humor, der einem bisweilen jäh im Halse stecken bleibt? Ist es das kritische Potenzial, das uns über die verspielten Oberflächen seiner Kunst zur Tiefgründigkeit, ja womöglich zum existentiellen Kern seines Werkes führt? Ist es das? Ist es vielleicht doch etwas ganz anderes? Oder ist es genau das, was uns am Werk des Künstlers reizt, betört, gefangen nimmt: Beides zugleich - der Lug und Trug, der Schein und das Sein, das Wollen und manchmal nicht Können, das Können und doch nicht wollen, die Leichtigkeit des Werkes und zugleich die Schwere seines Da-Seins, verankert zwischen der ereignishaften Absenz des Wirklichen und der flüchtigen Präsenz unserer Zeichenwelt.

Der Schweizer Künstler hat für die Städtische Galerie eine raumgreifende Installation im Südflügel von Schloss Wolfsburg geschaffen, die auf unterschiedlichsten Ebenen - räumlich, grafisch und textuell - vielfältige inhaltliche Bezüge zur Architektur, Historie und dem Museum herstellt und dadurch einen ganz eigenen Raum an diesem besonderen Ort schafft und neu definiert, der selbst durch Identität, Relation und Geschichte gekennzeichnet ist.

Termine

  • 17. November 2016 13.00 Uhr
    Pressetermin
  • 19. November 2016 19.00 Uhr
    Ausstellungseröffnung

    Es sprechen:

    Susanne Pfleger, Direktorin, Städtische Galerie Wolfsburg

    Marcus Körber, Kurator, Städtische Galerie Wolfsburg

    Im Anschluss an die Eröffnung:

    Liveact with FRANKIE & TONY Duo en Vogue and Nic Hess as fabulous HERMETO ZÉ MARIA

    1996 in Zürich gegründet und zum Teil auch am Fuße des gleichnamigen Berges wohnhaft, musizieren die Mittvierziger der Truppe «Frankie & Tony, Duo en vogue» erfolgreich im Bluemood-Wave. In MinimalJazz-Arrangements singen sie Lieder anderer Größen wie Frank Sinatra & Co. und schütteln Latinstandards, Immergrünes, Discohits und Rock’n’Roll mit den Elektrobeats einer elektronischen Orgel so zusammen, dass es auch Tanzbeine freut. Ein Unterhaltungsorchester, eine Karaoke-Band? Jedenfalls ein grosses Duo en vogue mit einem Spritzer Dada im Whiskeyglas. Zusammen mit J.S. Bach und Michael Jackson kommentieren die Musiker ihr Tunsoalsob kritisch oder erzählen die eine oder andere Anekdote aus ihrem Leben als verwöhnte und gelangweilte Popstars. Wenn sich die Band um die schrummelnde Orgel gruppiert, sticht durchaus der Amateurcharakter und das Alter der Orgel ins Auge, bzw. ins Ohr, aber eben auch, dass Frankie & Tony die beste Frankie & Tony-Band der Welt ist.

  • 14. Februar 2017 18.00 Uhr
    Kuratorenführung: Culture Jamming und die Kunst der Kommunikationsguerilla
  • 25. März 2017 14.00 Uhr
    Art Session

    Künstlerische Techniken und Strategien kennenlernen und selbst ausprobieren - der Künstler Marte führt durch die Veranstaltung

Presse

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