Werke aus dem Sammlungsbestand der Städtischen Galerie Aus der Ablehnung des ungegenständlichen Bildes entstanden in den ausgehenden fünfziger und den sechziger Jahren neue Formen des Realismus. Die stilistischen Mittel der unterschiedlichen realistischen Tendenzen in Deutschland divergieren zum Teil erheblich voneinander, dienen aber immer dem Zweck, nicht abzubilden, sondern zu analysieren. Zwischen figurativem und phantastischem Realismus stehen Künstler, die ihren Bildinhalten eine über die vordergründige Wahrnehmbarkeit hinausreichende symbolische, magische oder visionäre Bedeutung geben. Ähnlich ihren Vorläufern, den Malern der Neuen Sachlichkeit, wählten sie Objekte aus dem Umfeld der einfachen Leute und der Wegwerfgesellschaft. Breite internationale Anerkennung wurde Mitte der sechziger Jahre dem Goller-Schüler Konrad Klapheck zuteil, der bereits seine erste Schreibmaschine 1955 gegen das herrschende Informel malte. Im Umfeld der Selbsthilfegalerie "Großgörschenstraße 35" in Berlin vertraten die Maler wie Wolfgang Petrick, Peter Sorge, Hans-Jürgen Diehl, Ulrich Baehr einen aggressiv-bissigen Realismus, während vor allem die Maler und Plastiker um die Gruppe "Zebra" einen weniger auf gesellschaftliche Entwicklungen und Wirklichkeiten bezogenen Realismus pflegten. In der Gruppe "Zebra" fanden sich 1965 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg vier junge Studenten zusammen: Peter Nagel, Dieter Asmus, Nikolaus Störtenbecker und Dietmar Ullrich. Sie pflegten einen weniger auf gesellschaftliche Entwicklungen und Wirklichkeiten bezogenen Realismus. Ihnen gemeinsam ist, dem generellen Anliegen einer unverbindlichen Abstraktion etwas entgegenzusetzen, die Umpolung der Fotografie, deren objektive Darstellung durch die formale Individualisierung eine Lücke für originale bildnerische Darstellung auftut. Andere Künstler wiederum orientieren sich in ihren Werken eng an der Wirklichkeit und reflektieren sie, häufig mit sozialkritischen Komponenten versehen, in ihren Bildern. Bedingt durch seine geopolitische Lage wurde West-Berlin zu einem Brennpunkt des Kritischen und Politischen Realismus in Deutschland. Beigetragen haben dazu Maler wie Wolfgang Petrick, mit einem die Wirklichkeit aggressiv verdichtenden Geflecht individueller und sozialer Mißbildungen und Peter Sorge als Argumentator gegen die Reizüberflutung durch die Medien. Parodistische Kraft ganz eigener Art entfaltet Johannes Grützke, indem er allen Personen seine eigenen, oft ins Fratzenhafte verzerrten Gesichtszüge gibt: die manieristischen Verschlüsselungen dienen zugleich der ironisierenden Enthüllung. Die Städtische Galerie Wolfsburg greift zu dieser Ausstellung weitere Tendenzen des neuen Realismus auf mit Vertretern des Sozialistischen Realismus wie Wolfgang Mattheuer und Werner Tübke. Beide Künstler verarbeiten in ihren Werken Elemente der Neuen Sachlichkeit, des Expressionismus und des Surrealismus mit Symbolen von oft starkem Ausdrucksgehalt. Ein Blick zurück auf den Neosurrealismus nach 1945 mit Werken von Mac Zimmermann, Bruno Goller und Werner Heldt runden die Ausstellung ab.

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