Diese internationale Ausstellung präsentiert Beiträge verschiedenster Medien von 15 ausgewählten und international renommierten Künstlern aus 9 Ländern. Darunter finden sich so berühmte Namen wie Joseph Kosuth, Francois Morellet, Fabrizio Plessi, Lawrence Weiner, Eduardo Chillida, Raimund Girke, Bernard Venet oder Jan van Munster.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Sharjah Art Museum und steht unter der Schirmherrschaft Seiner Hoheit Sheikh Dr. Sultan bin Mohammed Al-Qasimi, Mitglied des Obersten Rates und Herrscher von Sharjah, der Wolfsburg im Herbst besuchen wird. Sharjah ist das drittgrößte der 7 Emirate und gilt als kulturelles Zentrum der Förderation. 1998 war Sharjah UNESCO-Kulturhauptstadt der Arabischen Welt.

Der mit dieser Ausstellung angestrebte kulturelle Dialog erscheint gerade in der heutigen Zeit erhellend und notwendig.

Die Ausstellung erstreckt sich über alle Etagen der Städtischen Galerie im Schloss Wolfsburg. Das Thema "Wasser - Sand - Weite" wurde von den Künstlern auf verschiedenste Art aufgegriffen und das Spektrum der Medien reicht von Malerei über Bildhauerei, Objektkunst und raumbezogene Arbeiten bis Grafik und Fotografie.

In der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg befindet sich die kinetische Plastik "Sandspirale" aus dem Jahr 1970 von Günther Uecker. Die "Sandspirale" ist seit dem Ankauf Anfang der siebziger Jahre ein unbestrittener Publikumsliebling der Sammlung. Wasser, Sand, Weite spielen im Werkschaffen von Günther Uecker schon seit vielen Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Bei der Sandspirale bewegt ein kleiner Elektromotor ein Holzgerüst, das mit nachschleifenden Kordelstücken auf einer runden Sandfläche Spuren hinterlässt. Zusammen mit Günther Uecker sind 15 international renommierte Künstler aus 9 Ländern in dieser großen Gruppenausstellung vertreten.

Im Südflügel beginnt die Ausstellung mit einem Raum des amerikanischen Künstlers Lawrence Weiner. Er arbeitet mit der Sprache als künstlerischem Material und folgt der Auffassung: "Wenn man sich mit der Sprache befasst, dann gibt es keinen Rand, über den das Bild hinausgeht oder von dem es hinabfällt. Man hat es mit dem vollkommen Unbegrenzten zu tun. Sprache, weil sie die ungegenständlichste Sache ist, die wir je in dieser Welt entwickelt haben, endet nie." Rolf Schroeter dokumentiert in seinen Fotografien die verschiedensten Erscheinungsweisen des Wassers, gelegentlich auch des Sandes in der Natur. Im Ostflügel erwartet Sie im ersten Raum ein Neon-Zyklus von Joseph Kosuth. Der in Rom lebende Amerikaner erkundet die Logik von Kunst in der Parallele zur Sprache. Er schreibt das Wort "Meaning" in zehn verschiedenen Sprachen in blauer Neonschrift an die Wand - wobei die Bedeutung des Wortes "Bedeutung" in jedem Land einen anderen Kontext hat. Für diese Ausstellung wurde der Zyklus um zwei Neonworte in arabischer Schrift erweitert. Im Mittelpunkt des zweiten Raums steht eine Videoskulptur von Fabrizio Plessi. Ein goldener elektronischer Fluss, umrahmt von einem fragmentarischen Goldmosaik fließt durch den Ausstellungsraum, untermalt von dem Geräusch fließenden Wassers. Von dem im letzten Jahr verstorbenen großen spanischen Bildhauer Eduardo Chillida präsentiert die Ausstellung Grafiken und eine kleine Plastik, die uns einen Weg zum Abenteuer Raum erschließen. Fließende Augenblicke fängt der deutsche Künstler Mario Reis in seinen Arbeiten ein. Weltweit legt er Leinwandtücher in Flüsse oder Gewässer und fixiert die jeweiligen Ablagerungen. Mit dem fünfteiligen Bild-Zyklus "Paysage Marine" - sinngemäß "Landschaft am Meer" hat sich der französische Altmeister geometrischer Abstraktion Francois Morellet an dem Projekt beteiligt. Es handelt sich um jeweils zwei rechteckige Leinwände in Weiß, mit gleicher Länge doch unterschiedlicher Breite. Die Leinwand, die das Meer darstellt, ist glänzend weiß, während die andere eine Landschaft repräsentierende Leinwand mattweiß bemalt ist. Im oberen Geschoss des Ostflügels empfangen Sie die "Arcs" von Bernar Venet. Der bedeutende Konzept-Künstler formuliert mit den architektonischen Formen-Elementen den Begriff des Raumes. Die Mainzer Künstlerin Lore Bert, deren Werk in den Vereinigten Emiraten sehr bekannt ist, stellte einen Zyklus aus gefalteten Papierbildern her mit den Namen der sieben Emirate. Die Installation aus gefaltetem Papier wurde ortsspezifisch konzipiert und nimmt mit dem leuchtenden Weiß Bezug auf die Seherfahrungen der Künstlerin während zahlreicher Reisen im Orient.

Der Österreicher Heinz Gappmayr erzeugt mit Sprache Bilder. Für diese Ausstellung hat er eigens eine neue Text-Installationen konzipiert, die die Wüste und das Wasser beschreiben. In den Bildern des deutschen Malers Raimund Girke ist Weiß die beherrschende Farbe. Es Weiß ist Reinheit, Licht, Helligkeit, Freiheit, Schönheit, Vollkommenheit und in Girkes malerischen Werk die differenzierteste Form von Farbigkeit, zu der Malerei fähig ist. Die Präsentation seiner Werke ist eine Hommage an den 2002 verstorbenen Künstler, der 1959 der erste Preisträger des Wolfsburger Kunstpreises "Junge Stadt sieht Junge Kunst" war. Der in Frankreich lebende Schweizer Künstler Gottfried Honegger hat für dieses Ausstellungsprojekt vier Sandbilder geschaffen. Als äußere Begrenzung einer quadratischen Sandfläche bewirken verschieden farbige Metallstücke durch ihre leuchtende Farbigkeit unterschiedliche Wahrnehmungen. Seit vielen Jahrzehnten ist das Thema des Holländers Jan van Munster die 'Energie'. Er zeigt das Wasser in dieser Ausstellung in einer ganz anderen spezifischen und physikalischen Beschaffenheit, nämlich in Form von Eis. Luftfeuchtigkeit wird aufgenommen und über Energieentzug in weiße Kristalle verwandelt, die ihrerseits wieder Assoziationen von Reinheit, von Vollkommenheit und von ästhetischer Energie erzeugen. Ein "Eistisch" oder die "Studie für einen perfekten Eiswürfel" sind das Ergebnis. Der chinesische Künstler Guang Yao Wu, dessen Interesse dem Kreis und der Kugelform gilt, konzipierte für die Ausstellung zwei Installationen, wobei die eine in 28 Bildtafeln die Form von Tropfen vorführt.

Mit großem Erfolg wurde die Ausstellung "Wasser - Sand - Weite" im Sharjah Art Museum gezeigt. Die Städtische Galerie steht seither in regem Kontakt mit dem Museum in Sharjah. Die Ausstellung wird daher in Wolfsburg um einen weiteren Aspekt ergänzt und im Obergeschoss des Südflügels ab Mitte September zeitgenössische arabische Kalligraphie vorgestellt. In dieser alten Kunst interpretieren Maler arabische Schriftzeichen. Die Künstler benötigen bis zu zwei Jahre um die aufwendigen Werke fertig zu stellen. Meist arbeiten zwei Künstler an einem Bild: Einer gestaltet den ornamentreichen Hintergrund, ein weiterer die Schrift.

Die Kalligraphie-Ausstellung wird am 10. September 2003 um 19 Uhr in Anwesenheit Seiner Hoheit Scheikh Dr. Sultan bin Mohammed Al Qasimi eröffnet. Wir laden Sie dazu herzlich ein.

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