Die Ausstellung des italienischen Künstler Tullio Pericolis präsentiert eine Auswahl an Illustrationen aus dem Buch "Der Mann, der Bäume pflanzte" von Jean Giono. Darin wird die Geschichte des Schäfers Elzéard Bouffier erzählt, der jeden Morgen hunderte von Eicheln in den verkarsteten Boden einer Landschaft der nördlichen Provence legt. Die langsam nachwachsenden Eichen sollen die durch Krieg und Zerstörung verwüstete Landschaft mit neuem Leben füllen. Ergänzend werden Aquarelle und Zeichnungen aus anderen Werkzyklen Pericolis zum Thema Natur und Umwelt zu sehen sein. Seine Darstellungen vereinen mühelos Landschaften mit Figuren und Reitern oder mit Malern und Modellen. Es finden sich Anspielungen auf alte Meister wie Rembrandts berühmte Selbstportraits oder surrealistische Szenen, die an Magritte oder de Chirico erinnern. Allerdings stehen überdimensionale Vasen mit Obst und Gemüse, unter die sich bisweilen auch Bücher mischen, im Mittelpunkt seines Interesses. Sie befinden sich inmitten der Landschaft und neigen dazu, ihren Inhalt in alle Himmelsrichtungen zu verlieren. Gleichzeitig scheinen sie nie versiegende Quellen mit Köstlichkeiten aller Art zu sein. Pericolis Zeichnungen und Aquarelle sind mit viel Liebe zum Detail und hintergründigem Humor versehen. Sie reflektieren seine persönliche Zuneigung an die natürliche Umgebung des Menschen und sind ein ebenso leidenschaftlicher wie subtiler Appell, diesen Lebensraum zu erhalten. Natur und Landschaft werden zum Schauplatz kunsthistorischer Metaphern. Indem er das Erscheinungsbild von Bäumen in der Manier berühmter Künstler wie Mondrian, Picasso, Klimt, Bosch oder Rousseau darstellt, verbindet Pericoli die Geschichte der Kunst mit der Geschichte der Bäume und es scheint fast, als hätten die Künstler Patenschaften für die Bäume übernommen. Tullio Pericoli zählt heute zu den bekanntesten Künstlern Italiens und wurde 1936 in Colli del Tronto in der Region Marken geboren. Er studierte in Rom und Urbino Rechtswissenschaft, seit 1961 lebt und arbeitet er in Mailand. Zunächst begann Pericoli für die Zeitung "Il Giorno" zu zeichnen. In den siebziger Jahren kam "Corriere della Sera" dazu, und später lieferte er auch für "la Repubblica" seine gezeichneten, ironischen Kommentare zum politischen und kulturellen Leben Italiens. Sein Werk umfaßt jedoch weit mehr als Zeichnungen aus dem Bereich der Karikatur und berühmte Porträts von bekannten Literaten und Künstlern. Auch Aquarelle und Gemälde bis hin zu Wandgemälden bestimmen sein Œuvre. Außerdem illustriert er Bücher, entwirft Bühnenbilder und Kostüme wie zum Beispiel für das Opernhaus in Zürich oder die Mailänder Scala.