Der Leipziger Künstler Ulf Puder (*1958) entführt den Betrachter in eine Welt, in der andere Naturgesetze herrschen und unsere Erfahrungsgewohnheiten verlassen werden. Wir sind es gewohnt, in Wirkungsrichtungen und Wirkungsgraden zu denken. Hier besteht eine Kausalität. Aber was verändert sich, wenn die Wirkungsrichtungen wechseln, wenn Wirkungsgrade vom gewohnten Maß abweichen? So weht auf manchen Bildern Puders der Wind in zwei verschiedene Richtungen oder auf anderen ist die Schwerkraft aufgehoben. In seinen Bildern begegnet der Betrachter Behausungen der verschiedensten Art, die ihn mit unbestimmten und teilweise unheimlichen Raumsituationen konfrontieren. Wände, Mauern und Fassaden verkörpern dabei eine Schnittstelle zwischen Schutz und Schutzlosigkeit, zwischen Öffentlichkeit und Privatem, zwischen Isolation und Kommunikation. Die dabei zur Darstellung kommenden Architekturprospekte fördern den Eindruck des Hauses als abgesteckten Mikrokosmos im Unbegrenzten.

Für die Ausstellung in der Städtischen Galerie Wolfsburg hat Ulf Puder eine erlebbare Rauminstallation entwickelt. Neben einem Hochsitz wurde auch ein "raumstück" - in diesem Fall ein Stück Nadelwald - in das Museum geholt. Dazu werden Gemälde präsentiert.