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Unter dem Titel "Auto Modus 2" präsentiert Malte Bartsch die erste Fassung innerhalb der Ausstellungsreihe "Mensch Macht Maschine", die mit dieser Ausstellung eröffnet und bis November 2019 laufen wird.

Neben der „Time Machine“ im Eingangsbereich der Ausstellung, steht eine Roboterinstallation im Mittelpunkt der Ausstellung.

Bei dieser Arbeit, die eigens für Wolfsburg konzipiert wurde, arbeitet Malte Bartsch mit dem Robotertyp KR 16 R1610/KRC4 der Marke KUKA. Die leistungsstarken Multifunktionsroboter der KR CYBERTECH-Serie sind spezialisiert auf industrielle Handling-Applikationen, wie das Handhaben großer Bauteile, Bearbeiten, Montieren, Palettieren und Schutzgasschweißen. Damit kommen sie sehr häufig und in großer Zahl in der Automobilherstellung zum Einsatz.

In der hier präsentierten Arbeit von Malte Bartsch agiert der Roboter in einem völlig un-typischen Umfeld und vollzieht dabei ungewöhnliche Handlungen, beispielsweise das Anzünden von Geburtstagskerzen. Der Roboter bestückt die Torten mit mehreren Geburtstagskerzen, die er anschließend mit einem herkömmlichen Feuerzeug anzündet. Nachdem die Kerzen eine Zeitlang gebrannt haben, tritt der Roboter abermals in Aktion und beendet das feierliche Ritual, indem er alle Kerzen ausbläst und diese nacheinander von den Torten nimmt und in einem Abfalleimer entsorgt. Malte Bartsch thematisiert in dieser Arbeit zwei scheinbar völlig konträre Ausgangspunkte: Einerseits die Feier oder das Fest als familiäres, gesellschaftliches oder religiöses Ritual zu dem sich Menschen an einem Ort zu einem besonderen Zeitpunkt zusammenfinden, um den sozialen Zusammenhalt zu festigen. Diese uralten Bräuche, die mit einer hohen Emotionalität (Freude, Begeisterung, Anteilnahme) verbunden sind und damit zugleich das Außeralltägliche demonstrieren, werden andererseits mit der neuesten Technologie der Großindustrie konfrontiert, die unser gesellschaftliches Bestreben nach fortwährender Optimierung von Arbeitsprozessen und höchster Effizienz repräsentieren.

In der heutigen Zeit werden immer schneller neue Verfahren entwickelt, um unsere Arbeits- und Umwelt technologisch zu optimieren, sie zu digitalisieren und zu vernetzen. Automation und Digitalisierung führen in den kommenden Jahren immer stärker zu Strukturveränderungen in der Gesellschaft. Wie diese Veränderungen mit unseren notwendigen Gewohnheiten des Alltages einhergehen werden, bleibt zunächst offen und wird sich erst in der nahen Zukunft zeigen. Malte Bartsch beschreibt in seinem Werk diese Gegensätze und führt uns diese mit Ironie und Witz vor Augen.

Bei der Arbeit „Time Machine“, die sich seit 2017 im Besitz der Sammlung der Städtischen Galerie Wolfsburg befindet, wird durch die Betätigung des roten Knopfes ein Zertifikat (Original) ausgedruckt, das, je nachdem wie lange man den Knopf gedrückt hält, an Umfang zunimmt. Die Besucher*innen werden ein aktiver Teil der Ausstellung, indem sie den Knopf betätigen und sich ihr eigenes, individuelles Zeit-Zertifikat ausdrucken lassen. Dieser individuelle Ausdruck ist eine Bestätigung der Anwesenheit vor Ort, der einzigartigen unwiederholbaren Handlung, die während einer bestimmt Zeit vorgenommen wird. Die Frage nach der persönlichen Lebenszeit, wie diese verbracht und genutzt wird, stellt sich bei dieser Arbeit mit Nachdruck.

Zehn dieser „Zeitmaschinen“ sind mittlerweile über ein Netzwerk miteinander verbunden. Braunschweig und Wolfsburg sind über dieses System während der Dauer der Ausstellung ebenfalls miteinander verknüpft. Zugleich werden alle Besucher*innen, die die „Zeitmaschinen“ betätigen, Teil eines „globalen“ Netzwerkes und aktiver Teil der Kunst vor Ort.

Auch im Jahr 2020, während des einjährigen New York-Stipendiums des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, das der Künstler aktuell erhalten hat, sollen die "Zeitmaschinen" zum Einsatz kommen. Er wird dort an der Wall Street oder am Time Square an seinem Langzeitprojekt „Time Machine“ weiter arbeiten.

Die Ausstellungsreihe "Mensch Macht Maschine" widmet sich dem Spannungsverhältnis zwischen Mensch und Maschine. Am Beispiel ausgewählter zeitgenössischer künstlerischer Positionen sollen unterschiedliche sinnliche wie auch intellektuelle Zugänge für eine produktive und konstruktive Auseinandersetzung mit dem Hyperphänomen der „Automatisierung/Digitalisierung“ in unserer heutigen Zeit ermöglicht werden. In diesem Kontext werden Kunstwerke präsentiert, die eigens für diese Präsentation von den Künstlerinnen und Künstlern geschaffen und damit erstmals einem größeren Publikum vorgestellt werden.

Die Auswahl der Werke fokussiert sich nicht auf „Maschinenkunst“, sondern zielt durch den Einsatz unterschiedlicher künstlerischer Medien und mithilfe verschiedener technischer Medien auf Themen, die das komplexe Verhältnis zwischen Mensch und Maschine beleuchten, untersuchen und vorstellen.

Der in Berlin lebende Künstler Malte Bartsch (*1984 in Braunschweig) präsentiert unter dem Titel „Auto Modus 1“ weitere Arbeiten vom 28. März bis 5. Mai 2019 in der „halle267 – städtische galerie braunschweig“:

www.braunschweig.de/halle267

Eine Ausstellungsinitiative in Kooperation mit der Stadt Braunschweig und mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, dem Lüneburgischen Landschaftsverband sowie dem Verein jugend in der galerie e.V.

Termine

  • 23. April 2019 18.00 Uhr
    Malte Bartsch "Auto Modus 2"

    Eröffnung der ersten Präsentation in der Ausstellungsreihe "Mensch Macht Maschine".

    Es sprechen:

    Susanne Pfleger, Direktorin der Städtischen Galerie Wolfsburg

    Dennis Weilmann, Dezernent für Wirtschaft, Digitales und Kultur der Stadt Wolfsburg

    Marcus Körber, Kurator der Städtischen Galerie Wolfsburg

Presse

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