"Love is a Stranger" 6. April bis 23. Juni 2002 Intimität und die Ambivalenz menschlicher Beziehungen sind die Themen, die sich leitmotivisch durch die verschiedenen Werkgruppen der Fotokünstlerin Melanie Manchot ziehen. Sie beschäftigt sich mit den Wahrnehmungen des Körpers und hinterfragt das Verhältnis der Sinne zu äußerlich eingespielten Konventionen. "Entschuldigung, würden Sie mich küssen?" bat Melanie Manchot wildfremde Passanten auf denn Straßen von Köln, London, und New York. Dabei kam die Fotografin nie selbst ins Bild: Eine versteckte Videokamera nahm die Reaktionen der angesprochenen auf. Von blankem Entsetzen über spontane Zustimmung, von langem Überlegen bis hin zu strikter Ablehnung reichen die Reaktionen. In der Serie "L.A. Pictures" ebenso wie im Video "For a Moment between Strangers", die beide in der Ausstellung präsentiert werden, nutzt die Künstlerin die Metapher des Kusses, um einen spannungsgeladenen Raum zwischen Realität und Fantasie zu erkunden. An unterschiedlichen Plätzen in Los Angeles nahm die Künstlerin Liebespaare beim Kuss auf. Als Vorgabe sollten sie sich vorstellen, welche imaginäre, historische oder reale Person sie gerne einmal küssen würden. Das Motiv der Berührung fasziniert die Künstlerin auch bei der Serie der "Fontainebleau" Bilder. Die Fotoarbeiten greifen das berühmte Gemälde eines unbekannten Malers der Schule von Fontainebleau auf, um den Zwischenraum, wo Privates öffentlich wird, fotografisch zu erkunden. Zum ersten Mal in Deutschland vorgestellt wird die jüngste Werkgruppe der "Gestures of Demarcation". Die Ausstellung präsentiert ca. 25 Arbeiten der Fotokünstlerin Melanie Manchot, die 1966 in Deutschland geboren wurde und heute mit ihrem Mann und der kleinen Tochter in London lebt. Begleitend zur Ausstellung ist im Prestel Verlag eine Monografie zum Werk von Melanie Manchot erschienen. Bilder von der Eröffnung am 6. April 2002 um 18 Uhr