Erstmals präsentiert die Städtische Galerie Wolfsburg die Meisterschülerstipendiaten der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Im letzten Jahr erhielten drei Absolventen der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig - Marlene Bart, Serena Ferrario und André Sassenroth - das Meisterschülerstipendium. Gut 365 Tage später stellen sie nun die Ergebnisse ihrer künstlerischen Praxis in einer gemeinsamen Werkschau in der Städtischen Galerie Wolfsburg vor. Im Südflügel des Museums beziehen die Kunstschaffenden erneut Stellung. Dort formulieren sie ihre Ideen, Motive und Fragestellungen. Geben diesen einen Raum, Form und Gestalt, um in den Dialog mit dem Publikum zu treten – jung, selbstbewusst und überzeugend.

Serena Ferrario widmet die Präsentation „Leliţă Ioană“ ihrer verstorbenen Großtante Ioana Radu. Sie war eine der bekanntesten Chanson-Sängerinnen ihres Landes (Rumänien) und bis heute werden ihre Lieder gespielt. Über die Beschäftigung mit ihrem Leben durch Reisen nach Bukarest, durch Gespräche mit Verwandten und mit Menschen, die sie noch als Musikerin kennen, hat die Künstlerin viel über sie und ihre Familie erfahren und ihre eigene Rolle als Künstlerin reflektiert. Was hat Ioana Radu damals, in der kommunistischen Ära in Rumänien, die Kraft gegeben sich öffentlich und so persönlich zu zeigen, ihre Stimme so laut hörbar zu machen. Ihre Lieder sind vor allem solche, die von Bauern gesungen wurden. Durch ihr glamouröses Auftreten und mit ihrer Fähigkeit, den alten Wörtern mit ihren Gesang neuen Glanz zu verleihen schaffte sie es, diese Lieder salonfähig zu machen. Serena Ferrario zeigt dazu eine neue Videoarbeit und visualisierte Gedanken in Form einer Installation aus Zeichnungen, Objekten, Fotos und Texten die sie mit diesem Thema verbindet.

Serena Ferrario (*1986 in Crema/Italien), hält sich in Braunschweig, München, Catania, Cluj-Napoca und Bukarest auf. Sie ist Kommunikationsdesignerin und studierte anschließend an der University of Art and Design in Cluj-Napoca in Rumänien sowie Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig von 2010 bis 2016. Dort machte sie ihr Diplom mit Auszeichnung, wurde 2016 Meisterschülerin bei Prof. Wolfgang Ellenrieder und erhielt 2017 das Meisterschülerstipendium der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK).

In ihrer künstlerischen Arbeit dekonstruiert und analysiert Marlene Bart verschiedene Ordnungs- und Sammlungssysteme. Einen Schwerpunkt bildet dabei das Phänomen der Kunst- und Wunderkammer, als Ort der Konservierung, Aufbereitung, Ordnung und Weitergabe von Wissen. Sie entwickelt aus diesem historischen Nährboden heraus formensprachliche Antworten auf die Frage: Was ist eine Wunderkammer – Was kann eine Wunderkammer sein? Zur Beantwortung dieser Fragen nutzt sie unterschiedliche druckgrafische Verfahren (Siebdruck, Radierung, Cyanotypie), Filme, Bücher und Installationen.

Marlene Bart (*1991) lebt und arbeitet in Berlin und Braunschweig. Sie studierte an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und der Villa Arson (École Nationale Supérieure d’Art) in Nizza sowie am Art Center College of Design in Pasadena. 2016 wurde sie Meisterschülerin bei Prof. Wolfgang Ellenrieder und erhielt 2017 das Meisterschülerstipendium der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK). Seit 2017 unterrichtet Marlene Bart an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

André Sassenroth wird erneut mit Arbeiten aus seinem Zyklus „Andtire Gallery“ präsentieren. Seine Arbeiten bewegen sich häufig im Kontext der sozialen Plastik. So ist auch seine „Andtire Galler“ mit allen Erweiterungen und Erschei-nungsformen auf partizipative Momente fokussiert. Sein nun gezeigtes 4. Inlay für den als Galerie genutzten LKW mit dem Titel "a series of interfering crea-tures" stellt eine Tribüne für 30 Personen dar. Dem leeren Ausstellungsraum gegenüber wirft sie Fragen nach Zuschauerschaft und Partizipation, Eros und Spektakel auf. Der gesamte Zyklus „Andtire Gallery“ - welcher im letzten Jahr von der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz mit dem Meisterschülerstipendium gefördert wurde - ist mit dieser letzten räumlichen Intervention abgeschlossen.

André Sassenroth (*1979) studierte an der an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, war Meisterschüler bei Prof. Thomas Rentmeister und erhielt 2017 das Meisterschülerstipendium der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz (SBK). Er hatte in den letzten Jahren zahlreiche Ausstellungen im In - und Ausland. Der Künstler lebt und arbeitet mit Freunden und Familie in Bremen.

Termine

  • 02. Juli 2018 11.00 Uhr
    Pressetermin
  • 03. Juli 2018 18.00 Uhr
    Ausstellungseröffnung

    Es sprechen

    Tobias Henkel, Direktor der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz

    Marcus Körber, Kurator der Städtischen Galerie Wolfsburg

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Telefon: +49.5361.281017

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