Ausstellungsprogramm 2018

18. Dezember 2017

Hier gibt es einen Überblick zu unsem Ausstellungsprogramm im Jahr 2018 (Stand vom Juni 2018, Änderungen und Ergänzungen möglich):

16. Februar bis 2. April 2018, Eröffnung am 16. Februar um 18 Uhr:

Lucie Mercadal “Monts & Merveilles”. Stipendiatin „Abdruck” 2016/2017 der Städtischen Galerie Wolfsburg und der Braunschweigischen Stiftung

Das Stipendium „Abdruck“ der Braunschweigischen Stiftung ging 2016 an die Künstlerin Lucie Mercadal (*1987 in Besançon/Frankreich). Ziel dieser Künstlerförderung ist die Entwicklung neuer, experimenteller Grafikarbeiten sowie weitere Akzente in der Kunstlandschaft im Braunschweigischen Land zu setzen. Es ermöglicht die Arbeit in der Druckwerkstatt im Schloss Wolfsburg unter professioneller Anleitung inklusive der Arbeitsmaterialien. Nun präsentiert Lucie Mercadal die Ergebnisse ihres Aufenthaltes, ergänzt um weitere Arbeiten als Performance-Künstlerin. Das Werkstipendium „Abdruck“ ist eine Kooperation der Braunschweigischen Stiftung mit der Druckwerkstatt in der Städtischen Galerie in Wolfsburg.

Kunst-Station im Hauptbahnhof Wolfsburg: 15. März bis 15. August 2018, Eröffnung am 15. März um 18 Uhr:

Peter Wegner "Hellfire Red/Heavenly Blue". Rauminstallation

Neben Sprache, Ordnung und Unordnung ist Architektur ein großes Thema in der Bildsprache des nordamerikanischen Künstlers Peter Wegner. Diese Vielfalt spiegelt sich in der Auswahl seiner Medien wider und so gibt es Serien zur skulpturalen Malerei und Architekturfotografie, eine Vielfalt an Collagen sowie großflächige Wandarbeiten, Künstlerbücher und farblich gestaltete multimediale Installationen. Farbe und Licht sind häufig der Ausgangspunkt für den Künstler und stehen im Zentrum seiner Arbeiten. Beim Thema Architektur interessiert ihn besonders der unsichtbare Raum, der wie der sichtbare Raum durch Wände und Ecken sowie durch Decke und Boden definiert wird. In der Kunst-Station im Hauptbahnhof Wolfsburg ist dies eine besondere Herausforderung durch den Dialog mit dem Bodenkunstwerk von Daniel Buren. Peter Wegner wurde 1963 in Sioux Falls (Süd-Dakota, USA) geboren und studierte an der Yale Universität, er lebt und arbeitet in Berkeley/Kalifornien.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn, der Neuland Wohnungsgesellschaft und freundlicher Unterstützung der Galerie m Bochum.

Für den 23. August um 18 Uhr ist die nächste Ausstellungseröffnung in der Kunst-Station mit dem Sommerfest am Mittellandkanal geplant:

Arturo Herrera „Hop“. Rauminstallation

Der 1959 in Caracas/Venezuela geborene Künstler kam 2003 mit einem DAAD-Stipendium nach Berlin, wo er seitdem lebt und arbeitet. Davor studierte er in Chicago und lebte in New York/USA. Seine häufig collageartigen Arbeiten setzt Arturo Herrera aus Fundstücken vom Flohmarkt, Motiven aus Comics, Kunstbänden, Fotoalben oder Kinderbüchern zusammen. Dabei verbindet er persönliche Erinnerungsstücke mit dem kollektiven Bildgedächtnis und es entsteht ein spannender Dialog verschiedener Kulturen, die den Künstler im Verlauf seiner biografischen Stationen prägten. So können sich in seinen Arbeiten Fragmente ganz unterschiedlicher Themenbereiche verbinden. Diese findet er in Comics aus der Disney-Welt, in deutschen Märchenbüchern mit Schlossmotiven bis hin zu Kunstbüchern mit Ansichten von antiken Skulpturen. Die Erscheinung und Ausformulierung der Motive kann vertraut und dennoch befremdlich wirken. Auf jeden Fall stellen sie eine Herausforderung an die weltweit verbreiteten kollektiven Bildgedächtnisse und tradierten Sehgewohnheiten inclusive ihrer eingebrannten Interpretation dar. Für die Kunst-Station wird er eine raumgreifende Wandarbeit entwerfen.

20. April bis 10. Juni 2018, Eröffnung am 20. April um 18 Uhr:

Christof Mascher "Spin a Rainbow"

Während des Werkstattstipendiums „Abdruck“ in Kooperation mit der Braunschweigischen Stiftung hat Christof Mascher (*1979 Hannover) in der Druckwerkstatt von Schloss Wolfsburg insbesondere mit dem Flachdruckverfahren der Lithografie experimentell gearbeitet. Entstanden sind farbintensive Werke, die den drucktechnischen Prozess sichtbarmachen machen und die Besonderheit des Medium offenlegen: Dünne Farbschichten und subtile Farbübergänge wechseln sich mit Farbverdichtungen und gestischen Setzung ab. Konturen werden verwischt und zugleich modellhafte Strukturen offengehalten. Ein beständiger Wechsel aus flüchtigen Traumsequenzen und Bildelementen der Popkultur eröffnet ein weites Feld der Assoziationen und Anspielungen ohne eindeutige Zuschreibungen zuzulassen. Die präzise gesetzten Störfaktoren irritieren und garantieren, dass die Werke Maschers niemals im Süßlichen verharren, sondern zugleich immer auch etwas Beklemmendes und Beunruhigendes ausstrahlen.

Die Förderung von jungen Künstlern und Künstlerinnen, auch im regionalen Verbund, ist ein wichtiger Baustein der Städtischen Galerie Wolfsburg und so wurde im Jahr 2015 erstmals und in Kooperation mit der Braunschweigischen Stiftung das Druckwerkstattstipendium „Abdruck“ ins Leben gerufen. Denn mit der im Schloss angesiedelten Druckwerkstatt verfügt die Städtische Galerie Wolfsburg, als Museum für Gegenwartskunst, zusätzlich über einen einmaligen Ort zeitgenössischer Kunstproduktion. Seit über 50 Jahren bietet die Werkstatt Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit des künstlerischen Experiments, der Aneignung von Wissen und des Austauschs zwischen Kunstschaffenden und der Bevölkerung.

Der Maler Christof Mascher (*1979 in Hannover) besuchte zunächst die Fachhochschule Hannover und wechselte später zur Hochschule nach Braunschweig, wo er bei Walter Dahn studierte und dessen Meisterschüler er war. Mit dem Stipendium „Abdruck“ hat er nun die Gelegenheit, sich einem ganz neuen Medium zuzuwenden, der Druckgrafik.

3. Juli bis 9. September 2018, Eröffnung am 3. Juli um 18 Uhr:

"365 YEARS LATER" Serena Ferrario, Marlene Bart und André Sassenroth. Werkpräsentation der Meisterschülerstipendiaten der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz

Erstmals präsentiert die Städtische Galerie Wolfsburg die Meisterschülerstipendiaten der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz. Im letzten Jahr erhielten drei Absolventen der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig - Marlene Bart, Serena Ferrario und André Sassenroth - das Meisterschülerstipendium. Gut 365 Tage später stellen sie nun die Ergebnisse ihrer künstlerischen Praxis in einer gemeinsamen Werkschau in der Städtischen Galerie Wolfsburg vor. Im Südflügel des Museums beziehen die Kunstschaffenden erneut Stellung. Dort formulieren sie ihre Ideen, Motive und Fragestellungen. Geben diesen einen Raum, Form und Gestalt, um in den Dialog mit dem Publikum zu treten – jung, selbstbewusst und überzeugend.

25. August bis 31. Dezember 2018, Eröffnung am 25. August um 18 Uhr:

"Fokus Südamerika" Gruppenausstellung

In der Städtischen Galerie Wolfsburg sind seit jeher Künstlerinnen und Künstler mit internationaler Ausrichtung zu Gast, um ihre Arbeiten in dem einmaligen Ambiente von Schloss Wolfsburg zu präsentieren. Nun wird der Blick auf einen bedeutenden Halbkontinent gerichtet, der mit einer kreativen, lebendigen und kunstschaffenden Szene über lateinamerikanische Grenzen hinweg immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht. Mit der Ausstellung soll ein interkultureller Dialog angeregt werden, der sich zwischen tradierten und neuen Wegen bewegt.

Junge Positionen zeitgenössischer Kunst aus Argentinien und Brasilien werden in dieser Ausstellung präsentiert. Anlass ist der 80. Geburtstag der Stadt Wolfsburg, der im Jahr 2018 den Fokus auf die Internationalität der Stadt richtet, denn in Wolfsburg leben aufgrund der Aktivitäten von Volkswagen viele Menschen aus Südamerika. Dabei soll die aktive Kunstszene in Argentinien und Brasilien in den Blick gerückt werden, die in den westlichen Ländern lange Zeit vernachlässigt wurde. Erst seit den 2000er Jahren beobachtet man ein internationales Interesse, wie die Beteiligung von lateinamerikanischen Künstlerinnen und Künstlern an Großausstellungen dokumentiert. Junge Künstlerinnen und Künstler aus Südamerika werden eingeladen, Arbeiten für die Räume im Schloss Wolfsburg zu erstellen und können vor Ort in der Druckwerkstatt grafisch arbeiten. Die Exponate spiegeln die Bandbreite heutiger Kunstproduktion. So sind Installationen, Fotografien und Videos vertreten, aber auch Objektkunst, Malerei und Zeichnung.

6. Oktober bis 2. Dezember 2018:

Jitka Hanzlová "Between Continuum - Fotografische und filmische Arbeiten seit 1990"

Die Künstlerin Jitka Hanzlová wurde 1958 in der damaligen Tschechoslowakei geboren, flüchtete 1982 aus dem kommunistischen Regime in die BRD und studierte Fotografie in Essen, wo sie auch heute noch lebt. Nach Auflösung der kommunistischen Regime in Osteuropa war es ihr möglich, 1990 erstmals in ihr Heimatdorf Rokytník in Ostböhmen zurückzukehren. Hier entstand in poetisch sensibler Weise ihre erste berühmte Serie mit dem gleichnamigen Titel "Rokytník"-Fotografien über das dörfliche Leben im Einklang mit der Natur. Aspekte der Identität und des Verhältnisses des Menschen zu seiner Umgebung prägen auch die weiteren Porträt-Serien der Künstlerin in den folgenden Jahren. Frauen in Städten wie Essen, New York oder London werden hier zum zentralen Thema – Einsamkeit, Melancholie und Isolation im Stadtleben werden spürbar. Es folgen weitere Werkserien wie "Forest", die erneut in ihrer tschechischen Heimat entstand, oder "Flowers", in der sich Hanzlová auf ihre eigene Weise dem Thema Natur widmet.

In der bildnerisch aus ungewohnten und besonderen Perspektiven aufgenommenen Werkgruppe "Horse" werden schließlich Pferde zum zentralen Thema. Das Thema Porträt greift sie erneut in ihrer Serie „There is Something I don’t know“ auf, die zwischen 2000 – 2013 entstand. Hier knüpft sie mit Blick auf Menschen unserer Zeit an die Renaissance-Porträt-Malerei an. Beide Serien werden in der Städtischen Galerie Wolfsburg präsentiert.

Zum 60. Geburtstag der Künstlerin zeigen das Museum für Photographie Braunschweig und die Städtische Galerie Wolfsburg in einer zweiteiligen Überblicksausstellung Beispiele aus den unterschiedlichen Werkgruppen von Jitka Hanzlová, darunter auch die nie präsentierte Filmarbeit zu Rokytník.

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Museum für Photographie Braunschweig: www.photomuseum.de