Förderpreis Kunstvermittlung an Nikos Probst vergeben

10. Oktober 2017

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der BURG im Jahr 2015 machte die Städtische Galerie Wolfsburg zusammen mit dem Verein „jugend in der galerie“ dem Geburtstagskind ein Geschenk über das eigentliche Jubeljahr hinaus. Befristet auf zunächst drei Jahre wurde der Förderpreis Kunstvermittlung ausgelobt. Der Preis ist mit 1.000.- € dotiert. Initiatorin des Preises ist Prof. Dr. Susanne Pfleger, Direktorin der Städtischen Galerie Wolfsburg und Honorarprofessorin an der BURG. Ziel der Initiative ist es, innovative und kreative Ansätze zur Vermittlung zeitgenössischer Kunst in den Blick zu nehmen und zu fördern. Der Preis soll Ansporn und Bestätigung für Studierende der BURG sein, die sich um innovative, aktuelle Vermittlungsformate bemühen. Der Preis wurde 2017 zum zweiten Mal ausgeschrieben, das Thema lautete: „Das Museum als Erlebniswelt“ Die Ausschreibung richtete sich an alle Studierenden der Hochschule, wobei Einreichungen von Einzelpersonen sowie Gruppen möglich waren. Ganz bewusst sollte größtmöglicher Spielraum sein, um verschiedene Positionen und Strategien der Vermittlung von zeitgenössischer Kunst auszuloten. Intendiert war ein offener Ideenwettbewerb. Die Jury wählte aus den eingegangenen Bewerbungen das Konzept „be a visitor // craftsman // scientist // designer // artist „ aus. Der Preisträger ist Nikos Probst. Er studiert Kunstpädagogik im Fachbereich Kunst. Beschreibung des Preisträgerbeitrags:

Das Konzept von Nikos Probst lädt die Besucherinnen und Besucher ein, selbst aktiv zu werden und eine Ausstellung über das Schauen hinaus mit eigenem Handeln zu verbinden. Er schlägt dafür öffentliche, dauerhafte, sich verändernde Vermittlungsflächen im Zentrum der Ausstellungen vor und schreibt: „ In meinem Konzept wird der Besucher als aktiv agierender Mensch in die Ausstellung eingebunden. Dementsprechend kann die Wissensaneignung nicht durch reine objektive Betrachtung und erklärende Texte entstehen, sondern in einem mit allen Sinnen konstruierten Beziehungsnetz, welches die dialogische Auseinandersetzung mit der Ausstellung und den Objekten einbezieht.“ Die Jury war vor allem von der Idee eines Raums im Raum überzeugt, der die Deutungshoheit aufhebt. Der Ausstellungsraum wird mit flexibler Architektur um einen offenen Raum erweitert, der Angebote macht mit dem Ziel einer Aneignung der Ausstellung – wie Nikos Probst schreibt - „aus sich selbst heraus“. Der Preisträger erachtet die Arbeitsräume während der Ausstellung „als einen offenen Raum des Handelns. Dort ist es möglich, in der Ausstellung Gesehenes oder Mitgebrachtes zu verarbeiten und gemeinsam zu entwickeln, wodurch ein Austausch ermöglicht wird.“ Das Konzept fördert die Kommunikation der Akteure untereinander, Besucherinnen und Besucher kommen miteinander ins Gespräch – „die Unterschiede und Grenzen zwischen Experten und Amateuren, Kopf- und Handarbeiten sowie dem Lernen und ‚einfachen‘ Spielen werden aufgehoben“. In der Verbindung von Kunst, Wissenschaft und Design werden gemeinsam Prozesse initiiert, die für alle Beteiligten fruchtbar sind.

Jury: Die Jury setzte sich aus Lehrenden der BURG zusammen, der Kuratorin der BURG Galerie im Volkspark sowie Vertreterinnen der Städtischen Galerie Wolfsburg.

Prof. Dr. Sara Burkhardt, Professorin für Didaktik der bildenden Kunst an der BURG; Brigitte Digel, M.A., stellv. Direktorin der Städtischen Galerie Wolfsburg; Prof. Una Moehrke, Professorin für Kunsterziehung/Kunstpädagogik/Bildnerische Grundlagen/Bildende Kunst an der BURG; Prof. Dr. Susanne Pfleger, Direktorin der Städtischen Galerie Wolfsburg, Honorarprofessorin an der BURG; Dr. Jule Reuter, Kuratorin der BURG Galerie im Volkspark

Preis und Preisübergabe: Der Preis wurde am 10. Oktober 2017 im Rahmen der Eröffnung des Studienjahres 2017/2018 im Volkspark Halle übergeben. Der Preisträger erhielt ein Gratulationsschreiben des Vereins „jugend in der galerie“ und das Preisgeld in Höhe von 1.000.- €. Der Preis wird finanziert von dem Verein „jugend in der galerie“.